Weltmeister im Viererbob

Im Januar wurde der junge Schreiner Paul Straub auf der Naturbahn in St. Moritz als Anschieber Junioren-Weltmeistertitel der Altersklasse bis 23 Jahre im Viererbob. Der 22-jährige aus Seefeld ist seit 2015 als Geselle in der Innungsschreinerei Pfisterer in Farchach (Landkreis Starnberg) tätig. „Ich wusste schon immer, dass ich Schreiner werden möchte“, betont er zufrieden. Bei seinen ebenfalls sportbegeisterten Chefs stößt er auf viel Verständnis für seinen zeitintensiven Sport. Sie ermöglichten ihm die längeren Trainings- und Wettkampfabwesenheitszeiten seit Oktober 2017, ohne die seine Erfolge nicht möglich gewesen wären.

Wie kommt man als Schreinergeselle zu dem nicht gerade alltäglichen Bob-Sport? „Mein Mannschaftskamerad im Leichtathletikverein Dennis Pihale wurde zum Bobpiloten und brauchte für die erste Fahrt im 2er-Bob in Königsee einen Partner. Da habe ich mich nicht lange überreden lassen und fuhr mit“. Etwas mulmig war ihm bei der ersten Fahrt im bis zu fast 150 Stundenkilometer schnellen Schlitten schon zumute. Das war vor zwei Jahren und legte sich schnell. Seitdem verschreibt er seine Freizeit dem Bobsport und trainiert täglich zwei Stunden. Mit Erfolg. Vor seinem Weltmeistertitel fuhr er mit den Piloten Oelsner und Pablo Nolte drei erste Plätze bei Europacup-Rennen ein. Straub, war als Leichtathlet einer der schnellsten Sprinter seines Jahrgangs mit einer Bestzeit von knapp über elf Sekunden über 100 Meter. Dies stellte sich als optimale Voraussetzung voraus, um als Anschieber bei Bobrennen erfolgreich zu sein. Obwohl die Saison jetzt endet, trainiert Paul Straub neben seiner Arbeit in der Schreinerei weiterhin täglich zwei Stunden Kraft und Sprint. Dabei spornen ihn die bisherigen Erfolge sicherlich an. Neben dem Traumjob hat er auch seinen Traumsport gefunden.

(Artikel aus der Verbandszeitschrift “Massstab” vom Fachverband Schreiner Bayern)